Gesetzliche Krankenkassen in Deutschland

Gesetzliche Krankenkassen in DeutschlandIn der Bundesrepublik gibt es die gesetzliche Krankenkasse sowie die privaten Versicherungen. Die gesetzliche Krankenkasse orientiert sich mit ihrem geforderten Beitragssatz am Bruttoeinkommen des Versicherungsnehmers während die privaten Krankenkassen zumeist vom Alter des Versicherten ausgehen. Die Leistungen, welche die gesetzlichen Krankenversicherungen zu erbringen verpflichtet ist, sind im “Fünften Buch des Sozialgesetzbuches” geregelt. Die gesetzlichen Krankenkassen sind selbstverwaltete “Körperschaften des öffentlichen Rechts”. Der Verwaltungsrat der Krankenkasse setzt sich zur Hälfte aus Arbeitnehmer- und Arbeitgebervertretern zusammen. Die gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland richten sich in ihrer Struktur nach dem Solidaritätsprinzip. Jeder der Versicherten soll dieselben Leistungen, unabhängig von Alter, Geschlecht und Monatseinkommen erhalten.

Es wird zwischen verschiedenen, geschichtlich gewachsenen Kassenarten unterschieden. So gibt es die allgemeinen Ortskrankenkassen, die Betriebskrankenkassen, die möglich sind, wenn der Arbeitgeber wenigstens eintausend Versicherungspflichtige unter Vertrag hat und die verschiedenen Innungskrankenkassen – auch hier ist die Mindestzahl der Versicherten 1.000. Beide Kassenarten können sich auch für Betriebsfremde öffnen. Dann existieren weiter die landwirtschaftlichen Krankenkassen – sie sind gedacht für Landwirte aber auch Bezieher einer Landwirt-Alterssicherung – die Knappschaftskasse für den Bergbau und schließlich die Ersatzkassen. Diese schleichende Entdifferenzierung innerhalb der Krankenkassen ist der Gesundheitsreform zuzuschreiben, die das System transparenter und flexibler und gerechter gestalten sollte. Ob dies nun gelungen ist, oder aber ob noch sehr viel weiterreichende Entscheidungen getroffen werden müssen, um das Gesundheitssystem in Deutschland zu gesunden, muss die Zeit entscheiden.

Die Leistungen der Krankenkasse umfassen u. a. die ärztliche Behandlung an sich, Arznei- und Verbandsmittel, aber auch Gesundheitsvorsorge, Rehabilitation, Psychotherapie, die Krankenhausbehandlung und die zahnärztliche Versorgung; auch eine Behandlung im Ausland wird gezahlt, wenn die Therapie anerkannt ist und nicht in Deutschland durchgeführt werden kann. Auch naturheilkundliche Verfahren wie Homöopathie und Akupunktur werden immer häufiger von vielen Krankenkassen übernommen.

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